19. Oktober 2019

Die 10 häufigsten Hundekrankheiten

Auf diese Krankheiten sollten Hundebesitzer vorbereitet sein

Er ist unser täglicher Begleiter, Weg- und Lebensgenosse und Freund: der Hund. Wenn es ihm nicht gut geht, geht es uns meist auch nicht gut. Zum Glück gibt es fähige Tierärzte, die in Notsituationen und bei Krankheiten schnell und effektiv helfen können. Trotzdem kann es nicht schaden, auch als Hundehalter die am häufigsten auftretenden Hundekrankheiten zu kennen.hundekrankheiten

Hier die entsprechende Liste der Hundekrankheiten inkl. Symptome und Behandlungsmöglichkeiten:

1. Allergien

Immer mehr Hunde leiden unter Allergien. Doch warum entwickeln sich Allergien?

  • Vererbte Neigung zu Allergien (Überempfindlichkeit) z. B. bei verschiedenen Zuchtrassen
  • Schadstoffe in der Nahrung belasten den Körper des Hundes (Farb- und Aromastoffe, Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel, etc.)
  • Körperreaktionen gegen Medikamente
  • Impfschäden

Allergene als Auslöser

Ein Allergen ist ein Wirkstoff, der eine Überreaktion des Körpers verursacht. Der Körper des Hundes erkennt das Allergen als “Feind” und fährt meist viel zu heftige Geschütze auf. Allergien lassen sich meist nur schwer diagnostizieren. Erst wenn Parasiten und bakterielle Infektionen oder innere Erkrankungen ausgeschlossen sind, dürfte es sich um eine allergische Reaktion handeln.

Die häufigsten Allergien beim Hund sind:

  • Flohbissallergie
  • Atopie – erblich bedingte Überempfindlichkeit
  • Nahrungsmittelallergie (Kontaktallergie) Typ I – Reaktion (sog. Futtermittelallergie)
  • Heuschnupfen und Hausstauballergie

Symptome

Hunde reagieren fast ausschließlich über die Haut. Allergische Symptome der Haut sind Rötungen, Juckreiz, Entzündungen, Schuppen, Haarausfall, Pusteln oder Bläschen sowie tränende Augen

Eine Ausnahme ist z. B. die Futtermittelallergie. Diese äußert sich auch in Durchfällen. Nicht dermatologische Allergiesymptome sind: Durchfall, Erbrechen, Schwellungen, Atembeschwerden, Husten oder Röcheln und Magen-/Darmschmerzen.

Therapiemaßnahmen

Es ist sehr wichtig, die Ursache der Allergie herauszufinden. Erst dann können wirksame Maßnahmen ergriffen werden. Die effektivste Hilfe liegt oft im Kontaktvermeiden der Allergene. Weitere Maßnahmen umfassen die Stärkung des Immunsystems und das Entgiftung des Körpers.

Was kann der Tierarzt tun?

Am verbreitetsten bei einem Verdacht ist der Allergietest. Verschiedene Allergene werden in geringen Dosen unter die Haut des Hundes gespritzt. Innerhalb weniger Minuten reagiert der Körper auf den allergenen Wirkstoff; die Stelle wird rot und schwillt an. Diese Prozedur ist ziemlich unangenehm für den Hund, kann aber einen langen Leidensweg verkürzen. Wenn erst einmal der allergieauslösende Stoff gefunden wurde, können weitere Maßnahmen und Kontaktvermeidung helfen.

Desensibilisierung

Manche Allergene lassen sich nicht gänzlich aus der Umgebung des Hundes entfernen. Zu ihnen gehören Milben oder Hausstaub. Bei der Desensibilisierung erhält der Hund über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder das Allergen gespritzt. Dadurch soll eine Immunität gegen das Allergen erreicht werden.

2. Borreliose

Borreliose ist eine Infektionskrankheit die von dem Borrelia-Virus ausgelöst wird. Borreliose kann symptomlos verlaufen und unbemerkt ausheilen oder auch ähnlich wie die Syphilis fortschreitend und langwierig verlaufen.

Die Übertragung erfolgt beim Hund hauptsächlich durch Flöhe, Zecken, Mücken oder Pferdebremsen. Zecken benötigen für die Übertragung der Borrelien – im Gegensatz zum FSME-Virus – einige Zeit. Daher ist eine erkrankte Zecke kein Beweis für die Ansteckung an Borreliose. Wird sie rechtzeitig und vorsichtig entfernt, stehen die Chancen recht gut.

Symptome

Die Borreliose kann eine Vielzahl von Hundeerkrankungen „imitieren“. Sie äußert sich durch eine Vielzahl von unspezifischen Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Lethargie, Lahmheit, Fieber, Müdigkeit, Sehbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, psychischen Veränderungen, Herzerkrankungen sowie Nierenerkrankungen.

Ein großes Problem besteht darin, dass sich Borrelien nach der Infektion über den Blutkreislauf im gesamten Organismus ausbreiten. Somit können sie jedes Organ sowie das Nervensystem, die Gelenke und das gesamte Gewebe befallen. Die Inkubationszeit beträgt ca. 5 – 29 Tage. Währenddessen kann es zu einer Hautinfektion kommen, die sich durch einen charakteristischen Hautausschlag, der sogenannten Wanderröte, zeigt. Diese gilt als eindeutiges Zeichen für den Ausbruch der Borreliose. Wird der Hund in diesem Stadium mit Antibiotika behandelt, stehen die Chancen gut, dass die Borreliose nicht weiter fortschreitet.

Behandlung

Die Behandlung bei einer diagnostizierten Borreliose sollte möglichst frühzeitig erfolgen. Ein Problem liegt jedoch darin, dass gerade in diesen Frühphase viele Borreliosefälle übersehen werden. Grund: Es existiert noch kein messbarer Antikörperspiegel. Zudem könnte auch eine bereits ausgeheilte Borreliose als akute Krankheit diagnostiziert werden. Die Antibiotika sollte daher bereits bei einem Verdacht vorbeugend eingesetzt werden.

Impfung

Bei Hunden wird eine Impfung nach wie vor durchgeführt, obwohl ihre Wirkung selbst in der Schulmedizin sehr umstritten ist. Der Grund liegt darin, dass die durch die Impfung induzierten Antikörperspiegel schnell wieder absinken. Außerdem ist aufgrund der Vielzahl endemischer Borrelien-Stämme das Aufbauen eines kreuzreagierenden Impfschutzes fraglich.

3. Diabetes mellitus

Die Blutzuckerkrankheit gibt es auch bei Hunden – und das viel öfter, als man denkt. Ursache ist eine Störung der Bauchspeicheldrüse, die zu wenig Insulin produziert. Es kommt auch vor, dass ausreichend Insulin produziert wird, dieses seine Aufgaben aber nicht erfüllen kann.

Insulin ist ein Hormon, welches den Zellen die Aufnahme der Glukose (Blutzucker) ermöglicht. Durch eine Störung in diesem System steigt der Blutzuckergehalt, ohne dass dieser verwertet werden kann.

Hunde, die an Diabetes mellitus leiden, benötigen regelmäßige Insulinspritzen, die von einem Tierarzt verschrieben werden müssen. Neben einem erhöhten Zeitaufwand müssen sich Hundebesitzer auch auf recht hohe Kosten durch die Medikamente einstellen.

Ursachen für Diabetes mellitus bei Hunden

  • Zu wenig Insulin
  • Der Körper kann das eigene Insulin nicht verwerten
  • Autoantikörper gegen Insulin produzierende Zellen
  • Übergewicht

Formen der Diabetes beim Hund

Eine der wichtigsten Formen der Diabetes ist die jugendliche Diabetes (Typ 1), welche oft spontan auftritt oder angeboren sein kann. Sollte der Hund sich von einer Infektion nicht erholen, unter starkem Durst leiden oder andere Diabetes-Symptome zeigen, muss ein Tierarzt aufgesucht werden. Der Typ-1-Diabetikerhund ist immer Insulinpflichtig.

Bei der erworbenen Diabetes oder Altersdiabetes (Typ 2) ist die Insulinproduktion reduziert. Wenn dies nicht mehr durch Bewegung und gute Ernährung kompensiert werden kann, muss auch in diesem Fall Insulin gespritzt werden.

Beide Formen der Diabetes können zudem Komplikationen mit sich bringen. Diese sind:

Polyneuropathie

Der Zucker im Gewebe “verklebt” die Zellen, insbesondere die Nervenzellen. Dadurch werden Verletzungen aller Art nicht immer gespürt und können schwerwiegende Komplikationen mit sich bringen.

Mikroangiopathie

Die Gefäße der Nieren können „verkleben”. Die Nieren werden dadurch ihrer normalen Funktion nicht mehr gerecht. Es kommt zu Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes und zur Anreicherung von nicht abgebauten Giftstoffen. Dies kann zum chronischen Nierenversagen führen.

Symptome der Diabetes

  • Erhöhter Blutzuckerspiegel
  • Viel Durst
  • Erhöhter Harndrang
  • Süßlich-fruchtiger Mundgeruch
  • Gewichtsverlust
  • Zuckerschock – Zittern, Krämpfen, Bewusstlosigkeit

Therapiemaßnahmen bei Diabetes

In der Regel wird dem betroffenen Hund eine Diät verordnet. Das bedeutet: Die Nahrungsmenge genau abwiegen und keine Leckerlis zwischendurch geben. Zudem ist auf eine faserreiche Nahrung zu achten. Diese sorgt für eine gleichmäßigere “Brennstoffverteilung” in den Zellen, wodurch der Blutzuckergehalt möglichst konstant gehalten werden kann. Auch bei der Nahrungsmenge gibt es etwas zu beachten. Sehr viele kleine Portionen über den Tag verteilt sorgen für eine gleichmäßigere Glukosekonzentration im Blut.

Tipp: Bewegung hält nicht nur schlank, sie unterstützt auch die Glukoseverbrennung. Dadurch wird weniger Insulin benötigt. Den Hund jedoch nicht überanstrengen, besser vorher mit einem Arzt absprechen. Die Aktivität sollte langsam gesteigert werden und vor allem regelmäßig stattfinden.

4. ErkältungErkältung beim Hund

Bei nasskaltem Wetter, Fehlernährung oder allgemein geschwächtem Immunsystem kann auch ein Hund eine Erkältung bekommen. Besonders Hunde mit dünnem, kurzem Fell und wenig Winterfell fangen sich schnell eine Erkältung ein.

Um einer Erkältung vorzubeugen, ist es wichtig, die Widerstandskraft des Hundes zu stärken. Gesunde, kräftige Hunde verkühlen sich weniger leicht. Erkältete Hunde benötigen all ihre Energie für die Genesung. Auf ausgedehnte Spaziergänge sollte daher grundsätzlich verzichtet werden.

Ursachen für eine Erkältung sind z. B. mangelnde Abwehrkräfte und Kontaktinfektion.

Symptome:

  • Husten (keuchen)
  • Schnupfen (niesen)
  • Mit den Pfoten nervös über Nase und Augen reiben
  • Wässrige oder schleimige Flüssigkeit aus Nase und/oder Augen
  • Verkrustete Augen und Nasenlöcher (ohne Reinigung kann Atmung und Augenfunktion stark beeinträchtigt werden)
  • Fieber

Hilfe bei Erkältungen

Stärkung des Immunsystems

Die Abwehrkräfte können mit Holunder (Sambucus nigra) oder sonstigen Vitamin C-reichen Nahrungsmittel bzw. Heilpflanzen gestärkt werden.

Rezept Erkältungstee für Hunde

Mischung: 30 g Hagebutten, 10 g Holunderblüten und 10 g Lindenblüten

Ein Teelöffel mit einer Tasse heißem Wasser überbrühen und fünf Minuten zugedeckt ziehen lassen. Nach dem Abseihen abkühlen lassen und entweder Löffelweise geben, oder zum Einweichen der Trockennahrung verwenden.

Inhalation

Drei mal täglich mit einem Inhalationsgerät aus Plastik (erhältlich in der Apotheke) den Hund inhalieren lassen. Dazu 2 Teelöffel Kamillenblüten mit 1/2 Liter kochendem Wasser in das Gerät geben und vor die Hundenase halten damit die Dämpfe eingeatmet werden können. Vorsicht, dass der Hund sich nicht verbrüht!

Kräuterkissen

Socken oder Kissenhülle mit getrockneten Kamillenblüten, Salbeiblätter, Fenchel, Melisse und Pfefferminzblätter füllen und bei den Schlafplatz legen.

Achtung: Symptome einer Erkältung wie Husten oder Schnupfen können unter Umständen auch Anzeichen gefährlicher Krankheiten wie der Staupe oder einer gefährlichen Lungenerkrankung sein. Tritt innerhalb weniger Tage durch die Hilfsmaßnahmen keinerlei Besserung auf, sollte sicherheitshalber unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden.

5. Gebärmutterentzündung

Die Gebärmutterentzündung ist eine gefährliche Erkrankung für Hündinnen. Sie trägt auch die Fachbezeichnungen „Pyometra“ oder „Purulente Endometritis“.

Ursachen

Wenn die Hündin nicht kastriert wurde, ist sie während der empfänglichen Phase besonders anfällig für Keime und Bakterien. Durch das erhöhte Östrogen werden die Abwehrkräfte gegen Krankheitserreger herabgesetzt. Gleichzeitig sind Gebärmutterhals und Muttermund geöffnet, so dass Krankheitserreger leicht eindringen können. Nach der fruchtbaren Phase schließt sich die Gebärmutter wieder. Das Immunsystem beginnt, gegen die Erreger vorzugehen, wodurch sich Eiter bildet, der durch die geschlossene Gebärmutter nicht nach außen dringen kann.

Medikamente gegen die “Hitze” der Hündin können, wenn sie zum falschen Zeitpunkt verabreicht werden, ebenfalls zu einer Entzündung der Gebärmutter führen.

Wenn die Hündin kastriert ist, aber nicht die Eierstöcke entfernt wurden, ist eine Entzündung in diesem Bereich eine häufig auftretende Komplikation. Außerdem können hormonelle Störungen jederzeit eine Entzündung in diesem Bereich verursachen.

Symptome

Erste Anzeichen einer Gebärmutterentzündung treten etwa drei Wochen nach der letzten Blutung auf. Sie sind:

  • Starkes Durstgefühl
  • Vermehrter Harnabsatz
  • Apathie
  • Appetitlosigkeit
  • Druckempfindlichkeit im Bauchbereich
  • Durchfall
  • Geschwollener Schambereich
  • Fieber
  • Bauchfellentzündung (wenn das Gewebe platzt und sich die Sekrete im Bauchraum ausbreiten)

Die Diagnose geschieht durch eine Untersuchung des Ausflusses, Ultraschall & Röntgen sowie anhand eines Blutbildes.

Behandlung

Bei einer akuten Gebärmutterentzündung wird in einer sofortigen Notoperation das gesamte Gewebe entfernt. (Die Hündin wird kastriert). Ist die Erkrankung nicht akut, kann ein Medikament (Antigestagen) zur Öffnung und Selbstheilung der Gebärmutter gegeben werden. Auch Antibiotika kommen zum Einsatz.

6. Krebs

Krebserkrankungen (Melanome, Tumore) können nahezu überall auftreten. Vermehrt wird der Krebs jedoch in Drüsengewebe und Schleimhäuten von Hunden diagnostiziert, was allerdings auch daran liegen kann, dass hier die Wucherungen eher auffallen als anderswo.

Ursachen

Hunderassen mit einer dunklen Pigmentierung um den Mund herum leiden häufig unter Krebserkrankungen an den Schleimhäuten im Mund. Zu den anfälligeren Rassen zählen Chow-Chows oder schwarze Cocker. Frühere Verletzungen und Erkrankungen können zu Krebs führen, in vielen Fällen ist dieser aber auch erblich bedingt.

Symptome

  • Schwellungen (ohne erkennbare Ursache)
  • Sich schnell verändernde und/oder blutende Abszesse
  • Ungewöhnliche Verfärbungen von Haut, Schleimhäuten etc.
  • Absonderung von Flüssigkeit
  • Schnelle Gewichtsabnahme
  • Lethargie
  • Verhaltensveränderungen

Geschwüre im Mundbereich sind statistisch gesehen öfter bösartig als an anderen Körperstellen. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle des Mundbereiches sehr wichtig. Hier können Geschwüre auch sehr klein sein. Zunge, Zahnfleisch und Lippen immer sehr genau kontrollieren und bei Auffälligkeiten immer zum Arzt gehen.

Therapie gegen Krebs

Um herauszufinden, um welche Art von Krebs es sich handelt, wird der Tierarzt zunächst eine Biopsie (Gewebeentnahme) durchführen. Anschließend können folgende Therapieverfahren zum Einsatz kommen:

  • Operative Entfernung des betroffenen Gewebes
  • Strahlentherapie
  • Chemotherapie
  • Fototherapie
  • Laserchirurgie
  • Immuntherapie (Stärkung des Immunsystems durch Medikamente)

7. MagendrehungMagendrehung

Der Magen schließt sich an die Speiseröhre an und mündet im Zwölffingerdarm. Anatomisch vereinfacht stellt er einen größeren Gegenstand dar, der – ähnlich einer Schaukel – frei beweglich pendeln kann. Die Magendrehung entsteht aus einer Verdrehung des Magens, die zu einem Verschluss (Obstruktion) des Magenausganges und zu einer Aufblähung bzw. Erweiterung (Dilatation) des Magens führt.

Ursachen einer Magendrehung

Wenn der Hund große Mengen Nahrung zu sich genommen hat und anschließend läuft, springt und herumtollt, beginnt der gefüllte Magen zu pendeln und kann sich überschlagen und so alle Ausgänge abschnüren.

Besonders gefährdete Hunde

Insbesondere große Hunderassen mit einem niedrigen (tief sitzenden) Brustkorb sind gefährdet. Aber auch kleine Hunde sind nicht völlig sicher vor einer Magendrehung. Als besonders gefährdet gelten Schäferhund, Dogge, Bernhardiner, Bluthund und Irish Setter. Besonders gefährdet sind Hunde im mittleren bis hohen Alter.

Die Aufhängebänder des Magens lassen, ähnlich einer langen Schaukel, ausgedehnte Pendelbewegungen zu. Mit zunehmendem Alter und regelmäßigem Überfressen leiern die Bänder immer mehr aus.

Verdauungsgase

Ein aufgeblähter Magen durch erhöhte Gasbildung (aufgrund der gastrischen Säureproduktion) kann zu einer Magendrehung führen. Eine übermäßige Aufnahme von Kalzium und Tierprodukten fördert die Gastrinbildung, welches die gasbildende Säureproduktion stimuliert und somit für eine vermehrte Aufgasung bei der Verdauung sorgt.

Risiken einer Magendrehung

Der verdrehte Magen kommt nicht von alleine in seine natürliche Position zurück. Durch die Magendrehung werden sowohl Mageneingang als auch Magenausgang abgeschnürt. Die durch die im Magen ablaufenden Zersetzungsprozesse frei werdenden Gärungsgase können nicht entweichen und führen zu einer gefährlichen Magenerweiterung (akute gastrische Dilatation).

Symptome

Etwa ein bis zwei Stunden nach der letzten Nahrungsaufnahme bläht der Bauchraum sich auf, der Hund wird unruhig und wechselt viel vom Sitzen zum Stehen. Unter Umständen versucht der Hund, sich durch würgen zu erbrechen, es kommt aber nichts. Der Bauch bläht sich zunehmend auf.

Behandlung einer Magendrehung

Liegt eine Magendrehung vor, hilft nur eine sofortige Notoperation, welche vom Tierarzt  schnellstmöglich durchgeführt werden muss. Hierbei ist zu erwähnen, dass jede zweite Magendrehung tödlich endet. Es ist also höchste Eile geboten. Bereits drei bis sechs Stunden nach der Drehung sinkt die Überlebenschance des Hundes drastisch.

Tipps zum Vorbeugen gegen eine Magendrehung:

  • Viele kleinere Mahlzeiten (ca. 3 bis 4) über den Tag verteilt anbieten, nicht nur eine Portion am Tag
  • Nach der Nahrungsaufnahme sollte der Hund etwa zwei Stunden ruhen, in dieser Zeit kein toben, keine Spielchen
  • Gärende Nahrungsmittel vermeiden
  • Erhöhte Essplätze einrichten, damit der Hund sich nicht so weit hinunter beugen muss und weniger Luft schlucktKranker Hund

8. Parvovirose

Parvovirose ist eine tödliche Infektionskrankheit, welche in besonderem Maße Herz und Verdauungssystem des Hundes angreift. Sie wird auch als Hundepanleukopenie bezeichnet und ist hinsichtlich ihres Verursachers und ihrer Symptome eng mit der Katzenseuche verwandt.

Ansteckungswege

Die Ansteckung mit Parvovirose geschieht fast immer durch Kontakt mit infiziertem Kot. Leider lässt sich dieser kaum vermeiden, weswegen es so gut wie keine Möglichkeit gibt, einer Ansteckung wirkungsvoll vorzubeugen.

Symptome

Die Symptome der Parvovirose treten vergleichsweise schnell und drastisch auf. Bei den folgenden Anzeichen ist daher höchste Vorsicht geboten:

  • Fieber (39,5°C bis 41,5°C)
  • Appetitlosigkeit
  • Teilnahmslosigkeit
  • Durchfall (stark riechend, häufig blutig)
  • Erbrechen
  • Geschwächtes Immunsystem, dadurch erhöhte Anfälligkeit für weitere Erkrankungen
  • Kollaps

Welpen verkraften die Erkrankung in der Regel sehr schlecht. Daher sollte bei den ersten Anzeichen sofort reagiert werden. Doch auch dann sterben die meisten Welpen an Parovirose.

Therapiemaßnahmen:

  • Infusionen, um eine Dehydration zu verhindern.
  • Intravenöse Medikationen (da der Hund nichts bei sich behält)
  • Impfungen (vorbeugend)

9. Tollwut

Tollwut ist eine Virusinfektion, welche bei Hunden (und anderen Tieren inklusive Mensch) eine akute lebensbedrohliche Gehirnentzündung verursacht. Das Virus verbreitet sich nach einer Infektion über das Innere der Nervenfasern in die peripheren Nerven bis in das Rückenmark und gelangt schließlich zum Zentralnervensystem. Sollte das Virus direkt in die Blutbahn gelangen, kann es das Zentralnervensystem auch sehr schnell erreichen.

Das Virus kann dabei die häufigsten Arten warmblütiger Tiere betreffen, gilt jedoch unter Nicht-Fleischfressern als selten.

Übertragung

Wildtiere können Tollwut übertragen. Hauptüberträger ist der Fuchs. Das Virus ist im Speichel eines erkrankten Hundes enthalten. Es kann per Tröpfcheninfektion über kleine Verletzungen der Haut und Schleimhäute übertragen werden.

RNA-Viren lassen sich durch längere Trockenheit und längere Sonneneinstrahlung, sowie durch Desinfektionsmittel und erhöhte  Temperaturen, z.B.: Hitzesterilisation inaktivieren.

Krankheitsausbruch

Die Inkubationszeit liegt in der Regel bei 2 bis 8 Wochen. Tollwut dauert zwischen einem Tag und einer ganzen Woche und endet fast immer tödlich. Die Krankheit startet häufig mit einer Wesensveränderung.

Symptome

Fast jeder hat bei der Krankheit Tollwut ein typisches Bild vor Augen. Es ist der aggressive, zähnefletschende Hund mit Schaum vor dem Maul. Dies ist allerdings nur eine mögliche Ausdrucksform der Tollwut. So zeigt sich das Tier beispielsweise bei der paralytischen Tollwut unnatürlich ruhig und zieht sich zurück.

Die aggressive Form ist allerdings häufiger. Sie äußert sich durch scheinbar grundloses Bellen des Hundes, verbunden mit einem gesteigerten Geschlechtstrieb und nervösem, oft überreaktionalem Verhalten. Im fortgeschrittenen Stadium kommen dann auch Schluckstörungen, starkes Speicheln und Lähmungserscheinungen hinzu.

Ist eine Impfung gegen Tollwut möglich?

Geimpft werden gegen Tollwut kann nur während der (mehr oder minder langen) Frühphase, wenn das Virus das Gehirn noch nicht erreicht hat. Ab diesem Zeitpunkt ist eine Impfung nicht mehr wirksam. Prophylaktische Impfungen sind unbedingt anzuraten, für den grenzüberschreitenden Reiseverkehr mit kleinen Haus- und Heimtieren gibt es sogar eine allgemeine Impfpflicht gegen Tollwut.

10. Zwingerhusten

Zwingerhusten ist eine hoch ansteckende, durch Viren und Bakterien ausgelöste Form der Bronchitis. Diese Hundekrankheit hat ihren Namen nicht wegen des kalten Zwingers, in dem sich der Hund den Husten geholt hat, sondern weil sie häufig bei Züchtern und Hundepensionen auftrat die viele, häufig wechselnde Hunde in den Zwingern halten.

Sehr häufig verschwindet die Krankheit bereits nach einer Woche oder 10 Tagen. Im schlimmsten Fall kann sie sich jedoch zu einer Lungenentzündung entwickeln. Häufiges Bakterium, welches die Erkrankung verursacht, ist das Bordetella bronchospetica.

Ansteckungsmöglichkeiten bestehen beim bei Kontakt mit erkrankten Hunden, in der Hundeschule oder beim Spieltreff. In Zwingern, die von Hunden häufig gewechselt werden (Tierheime, Züchtern, Ausstellungen, etc.) kommt es besonders oft zum Zwingerhusten.

Auch ein kurzfristiger Kontakt mit einem infizierten Hund ist gefährlich, da der Virus sich über die Luft übertragen kann.

Symptome

  • Trockener, “scharfer” Husten (es klingt, als hätte der Hund einen Fremdkörper im Hals stecken)
  • Würgen
  • Entwickelt sich der Zwingerhusten zu einer Lungenentzündung, hustet der Hund weißlichen Schaum aus
  • Erhöhte Temperatur
  • Appetitlosigkeit

Diagnose

Der Hund ist höchstwahrscheinlich erkrankt, wenn durch leichten Druck über dem Kehlkopf (Vorderseite der Luftröhre) ein starker Hustenreiz ausgelöst wird.

Therapie

Der Tierarzt gibt in der Regel einen Hustenstiller zur Behandlung des Zwingerhustens. Im fortgeschrittenen Stadium werden Antibiotika gegeben.

Auch Hausmittel können zur Linderung angewandt werden. Hier einige Tipps:

  • Rauch vermeiden: Nicht im Haus rauchen und Qualm aus Öfen verhindern.
  • Luftfeuchtigkeit erhöhen: Nasse Handtücher über die Heizung oder Schalen mit Wasser befüllen. Auch einen Topf mit Wasser auf dem Herd erhöht die Luftfeuchtigkeit.
  • Reinigungsmittel: Die scharfen Dämpfe sind ohnehin schon nicht gut für Hunde. Mit einer Atemwegserkrankung jedoch reines Gift! Zur Reinigung nur milde Mittel verwenden.
  • Leichte Bewegung: Am besten mit einem Geschirr und nicht mit Halsband und sehr langsam!
  • Druck auf den Hals vermeiden
  • Kontaktverbot: Erkrankte Hunde haben strenges Kontaktverbot mit Artgenossen, da die Krankheit sehr ansteckend ist.

Eine Impfung gegen Zwingerhusten ist möglich, sie schützt aber nicht zu 100 %. Geimpfte Hunde können trotzdem an Zwingerhusten erkranken. Außerdem sind geimpfte Lebewesen generell gefährlich für nicht geimpfte.